Betriebsfeier: Feiern ohne Fiskus

Gastbeitrag von Guido Consmüller, Steuerberater in eigener Kanzlei

Steuer-Tipps für die Betriebsfeier // Foto von shutterstock
Steuer-Tipps für die Betriebsfeier // Foto von shutterstock

Zum Jahreswechsel 2014/15 sind neue Regeln für die steuerliche Behandlung von Betriebsfeiern in Kraft getreten. Bislang galt eine Freigrenze von 110€ pro Mitarbeiter und Betriebsfeier. Insgesamt durften im Jahr zwei Betriebsfeiern durchgeführt werden, ohne dass die Arbeitnehmer den geldwerten Vorteil über ihre Lohnsteuerkarte versteuern mussten. Wurde die 110€-Grenze in einer einzigen Betriebsfeier überschritten, so war die gesamte Betriebsfeier als steuerpflichtig zu behandeln.

Nun ist aus der Freigrenze ein Freibetrag in gleicher Höhe geworden. Das mag etwas nach Haarspalterei klingen, im Steuerrecht macht es aber einen gravierenden Unterschied: Wird die Feier nun teurer als 110€, muss lediglich der übersteigende Betrag versteuert werden und nicht wie bisher die gesamte Summe. Die Besteuerung kann zudem pauschal mit 25% erfolgen. Beiträge zur Sozialversicherung fallen dann nicht an. Zweimal im Jahr darf auch weiterhin gefeiert werden.

Zwei Wermutstropfen gibt es dennoch:

In den Freibetrag von 110€ je Mitarbeiter zählen alle Kosten hinein, die im Zusammenhang mit der Betriebsfeier für den Arbeitgeber anfallen. Dazu gehören beispielsweise auch die Kosten für Anreise oder Raummiete.

Darüber hinaus gibt es Änderungen bei der Teilnahme von Angehörigen: wer z.B. mit seiner Partnerin oder seinem Partner an der Feier teilnimmt, muss sich die zusätzlichen Kosten zurechnen lassen. Unter Umständen wird dadurch der 110€-Freibetrag überschritten. Eine Pauschalversteuerung ist aber dennoch möglich.

Steuern sparen durch gute Planung

Damit böse Überraschungen ausbleiben, frühzeitig planen! // Foto von shutterstock
Damit böse Überraschungen ausbleiben, frühzeitig planen! // Foto von shutterstock

Wer seinen Mitarbeitern etwas Gutes tun will, plant und kalkuliert bereits am Jahresanfang seine Betriebsfeiern oder andere Events zur Mitarbeitermotivation und bekommt vom Staat sogar noch etwas geschenkt!

Hier ein kleines Beispiel:

  • Kochkurs 105€/ Mitarbeiter
  • Osterausflug 35€/ Mitarbeiter
  • Rum Tasting 40€/ Mitarbeiter
  • Weihnachtsfeier 85€/ Mitarbeiter

Alle diese Veranstaltungen können Sie mit Ihren Mitarbeitern steuer- und sozialversicherungsfrei durchführen: Der Kochkurs und die Weihnachtsfeier fallen als Betriebsfeiern unter den 110€-Freibetrag. Der Osterausflug und das Rum Tasting werden jedoch nicht pauschaliert, sondern nach Lohnsteuertabelle versteuert. Hier greift dann die Einzelbewertung von Sachbezügen mit einer monatlichen Freigrenze von 44€. Diese beiden Veranstaltungen sind folglich auch steuer- und sozialversicherungsfrei.

Vorsicht: bei den 44€ handelt es sich wiederum um eine Freigrenze! Bereits eine Überschreitung um einen Cent zieht eine Versteuerung des gesamten Betrags nach sich. Damit die Erinnerung an eine schöne Veranstaltung nicht im Nachhinein durch Ärger mit dem Finanzamt und den Sozialversicherungsträgern getrübt wird, sollte unbedingt im Vorfeld eine genaue Einzelfallbetrachtung erfolgen. Wir beraten Sie gern individuell und einzelfallbezogen rund um das Thema Lohnsteuer und Abrechnung von Sachbezügen.

ÜBER DEN AUTOR

Guido Consmüller
Guido Consmüller

Guido Consmüller ist Steuerberater in eigener Kanzlei. Bei ihm erhalten Freiberufler, Gewerbetreibende sowie kleine und mittelständische Unternehmen und auch Arbeitnehmer persönliche und professionelle Beratung zu allen steuerlichen und wirtschaftlichen Fragen. Seine Kanzlei ist wenige Gehminuten vom Ku‘damm entfernt.

Ihr habt eine dringende Rückfrage zu diesem Thema? Nutzt die Kommentar Möglichkeit hier im Blog und stellt jetzt Eure Frage!

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