Mit ‚Lean’ und Pomodoro zum erfolgreichen Startup

Drei Jahre Startup CEO bedeuteten für mich die bislang größte Lernkurve in meinem Leben. Mit dem heutigen Wissen hätte ich so manchen Sturz vermieden und mein Startup schneller auf Erfolgskurs gebracht. Damit Du gleich richtig und erfolgreich startest, findest Du hier einen bunten Strauß mit sieben Gründer Tipps: Angefangen bei der einfachen und erfolgreichen Gründungsmethode des ‚Lean Startup’ über Lifecycle Emails als Weg Kunden zu binden bis zur Wahl des richtigen Steuerberaters. Außerdem erfährst Du warum man bei Akquise Texten ‚Du’ statt ‚ich’ schreiben sollte, warum jeder Mitarbeiter einen anderen Führungsstil benötigt und wie dir der Takt der Tomate beim effizienten Arbeiten zu Hause oder im Büro hilft.

eventsofa Gründerin & CEO Stefanie Jarantowski
eventsofa Gründerin & CEO Stefanie Jarantowski

Sieben Tipps für Deine Gründung

1. Lean Starten
Mit der Lean Startup Methode von Eric Ries startest Du Dein Business schnell, erfolgsorientiert und mit wenigen Ressourcen und Mitteln. Es basiert darauf, dass Du gleich zu Beginn mit Deiner Idee zu echten Kunden gehst, um zu testen, ob Deine Annahme zu Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung stimmt. Durch Feedback baust Du Gelerntes wiederum direkt in Dein Produkt bzw. Deinen Service ein oder verwirfst die ursprüngliche Idee und gehst mit einer neuen Annahme nach draußen. Bei einem Online-Produkt wie bei mir heißt das konkret mit einer Webseite, einem Blog oder Newsletter zu starten. Mit kostenfreier Software wie WordPress für die Webseite oder Mailchimp für den Newsletter benötigst Du keinen Entwickler und kein großes Budget, sondern kannst schnell und einfach selbst starten. Der große Vorteil ist, dass Du von Anfang an mit echten Kunden sprichst und Deine Business Idee direkt prüfst. Im Gegensatz dazu steht die teure, lange Entwicklungsphase eines Produkts, das am Ende vielleicht niemand will und braucht. Und oftmals fehlt es dann an Geld, um weiterzumachen oder neu zu starten.

Wenn Du mit einem so genannten ‚Minimal Viable Product’ startest, steigerst Du Deine Erfolgsaussichten enorm. Einfach weil Du länger durchhältst. Startup Guru Paul Graham hat dieses einfache Erfolgsrezept mit dem folgenden Satz auf den Punkt gebracht: „If you can just avoid dying, you get rich.“

2. Glückliche Kunden durch Lifecycle Emails

Mit Lifecycle Email-Marketing zum Erfolg
Mit Lifecycle Email-Marketing zum Erfolg

Die Email lebt und funktioniert. Mein Startup eventsofa ist der lebende Beweis. Lifecycle Emails erlauben dir die genau geplante und erfolgreiche Kommunikation mit Deinen Kunden mittels des kostensparsamen Mediums Email. Lifecycle Emails sind die Emails nach der Registrierung. Angefangen bei der Willkommensmail, zur persönlichen CEO-Mail über Tipps zum Produkt bis zu Geburtstags-Emails mit Gutschein. Ob Location-Plattform, SaaS oder Shopping Club – Es geht immer um die Frage, welcher Inhalt ist für meine Kunden zu welchem Zeitpunkt interessant. Je relevanter Deine Email für den Empfänger ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Email Aufmerksamkeit erlangt.

Warum es so wichtig ist direkt nach dem ersten Kontakt (z.B. Registrierung auf Deiner Webseite) die Verbindung zum Kunden aufzubauen und zu halten? Statistisch gesehen vergisst Dich Dein Kunde einen Monat nach Registrierung, wenn er seit dem nichts mehr von dir gehört hat. Schickst Du also ein halbes oder ein Jahr nach Erstkontakt eine Sales Email – Wie wahrscheinlich ist es, dass der Empfänger ein Produkt kauft, das er gar nicht kennt?
Für die Umsetzung von Lifecycle Emails helfen spezialisierte Anbieter im Email Marketing. Mit eventsofa nutze ich zum Beispiel seit zwei Jahren Customer.io, um meine Kunden glücklich zu machen.

3. Schreibe ‚Du und Dein’ statt ‚ich und mein’
Der ultimative Tipp für das Schreiben von Kunden-Emails, Newsletter, Blog Post & Co, den ich je gelernt habe, lautet: Schreibe nicht über Dich, wie toll Du bist und wie großartig Dein Produkt ist, sondern schreibe über Deine Leser und Deine Zielgruppe. Wenn Du Deine Sätze mit ‚Du’, ‚Dein’ und ‚Ihr’ formulierst, stellst Du automatisch eine Verbindung zum Leser und Kunden her. Schreibst Du nur über Dich, Dein Team und Eure Aktionen, frage ich mich hingegen als Leser was ich damit zu tun habe. Teste es aus und ersetze in Deiner nächsten Email das ‚ich’ durch das ‚Du’ (oder Sie) und formuliere entsprechend um – der Unterschied bei der Wirkung ist bemerkenswert.

4. Ein Steuerberater-Wechsel lohnt
Als frische gebackene Unternehmensgründerin gleich beim ersten Steuerberater auf den besten zu stoßen gleicht einem Sechser im Lotto. Denn ohne die nötige Erfahrung ist es schwer ersichtlich wer gut ist und wer nicht. Erst mit der Zeit siehst Du was Du brauchst und erkennst ob Dein Steuerberater Deinen Kriterien gerecht wird. Auf jeden Fall lohnt es sich mit größerem Wissen zu Steuern & Co im Gepäck erneut auf die Suche zu gehen. Was bei meinem ersten Steuerberater hinsichtlich Automatisierung und Arbeitserleichterung alles nicht möglich war, ist bei meinem neuen eine Selbstverständlichkeit. Und auch wenn der Wechsel erst mal als große Hürde erscheint, wiegen bessere Ergebnisse die Mühen auf. Aber nicht nur beim Steuerberater, sondern bei allen Dienstleistern bist Du gut beraten konstant nach besseren Lösungen Ausschau zu halten.

5. Die Illusion der Rechtssicherheit
Viele Gründerinnen wollen sich durch den fachlichen Rat vom Rechtsanwalt Rechtssicherheit verschaffen. Dies ist eine teuer erkaufte Illusion. Denn fragt man einen Rechtsanwalt nach der vermeintlichen rechtlichen Sicherheit des Ganzen, hört man zuerst den Satz „Es kommt ganz darauf an“. Und im Anschluss wird jeder Rechtsanwalt betonen, dass im Endeffekt immer aktuelle Gerichtsurteile entscheiden. Was heute noch Rechtsgültigkeit besitzt, hat morgen keinen Bestand mehr. Wer gründet sollte bereit sein ein Risiko einzugehen. Was nicht heißt, dass man auf einen Rechtsanwalt gänzlich verzichten kann, aber das Geld für die vermeintliche Rechtssicherheit ist gerade zu Beginn sinnvoller ins Startup investiert.

6. Situative Mitarbeiterführung
Ein weiteres Learning hatte ich in Sachen Mitarbeiterführung. Mitarbeiter brauchen eine individuelle Ansprache und Führung. Und zwar je nach dem welches Wissen sie in einem bestimmten Bereich besitzen und wie motiviert sie sind. Das Situational Leadership Modell unterscheidet z.B. Dirigieren, Überzeugen, Partizipieren und Delegieren als unterschiedliche Führungsstile – passend zum jeweiligen Mitarbeiter. In der Praxis heißt das z.B., dass ein Praktikant mit weniger Erfahrung und Wissen dirigiert werden sollte. Wenn Du Deinen Stil stattdessen partizipierend ausrichtest, überforderst Du den Praktikanten. Statt freies Arbeiten sind hier klare Arbeitsanweisungen und eine persönliche Betreuung nötig. Ein erfahrener Mitarbeiter fühlt sich dagegen gestört, wenn man ihn immer dirigiert, ihm sollte man Ziele und Aufgaben delegieren. Und wenn ein Mitarbeiter weniger motiviert ist, muss man ihn von den Aufgaben überzeugen. Ein großer Fehler, den man hier machen kann, ist dass man alle seine Mitarbeiter auf die gleiche Weise anspricht. So wie die Kunden individuell angesprochen werden wollen, müssen auch die eigenen Mitarbeiter individuell geführt werden.

7. Effizientes Arbeiten dank Pomodoro

Effizientes Arbeiten mit der Pomodoro Technik
Effizientes Arbeiten mit der Pomodoro Technik

Im Laufe meiner Karriere habe ich viele Zeitmanagement Techniken kennengelernt, aber keine ist wie diese. Mit der Pomodoro Technik arbeitest Du nicht nur effizient, es macht auch Spaß und Du fühlst Dich nach einem Arbeitstag frisch und bist nicht am Ende. Wie das? Kurz gesagt läuft die Küchenuhr – oder App – 25 min lang. In diesen 25 min nimmst Du Dir ein Todo Deiner Liste vor und arbeitest daran. Nach 25 min läutet das Klingeln eine fünf-minütige Pause ein, in der Du aufstehst, lüftest oder etwas trinkst. Das nächste Klingeln läutet den nächsten Pomodoro ein, also die nächste 25 Minuten-Einheit. So arbeitet man vereinfacht gesagt im Takt der Tomate.

Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass man sich hoch motiviert, mit voller Konzentration nur einer Sache widmet und nicht ständig zwischen dem Text, den man schreibt, und Twitter und Facebook switcht. Die Pausen – übrigens sind es 20 min nach vier Pomodoros – sorgen für kurze Entspannungsphasen zwischendrin, was sich am Ende eines langen Arbeitstages bemerkbar macht. Auch solltest Du Dich nicht wundern, wie schwierig es manchmal sein kann 25 min hintereinander nur eine Sache zu bearbeiten. Neben den eigenen Störfaktoren gibt es viele externe wie Telefon, Mitarbeiter oder Kollegen und Email-Notifications, die das Durcharbeiten von nicht mal 30 min unmöglich erscheinen lassen. Hier heißt es sich der Störfaktoren bewusst zu werden um unnötige zu eliminieren. In diesem Sinne Goodbye Multitasking & einen erfolgreichen Gründungsstart!

Über Stefanie Jarantowski

Stefanie Jarantowski ist Gründerin und CEO von eventsofa, dem Online-Marktplatz für Event Locations. Auf www.eventsofa.de finden Eventveranstalter über 7.000 Veranstaltungsorte in Deutschland, die geschäftlich oder privat gebucht werden können.
Sie ist davon überzeugt, dass bei Frauen ein großes ungenutztes Gründungspotenzial liegt, dass die deutsche Startup Szene bereichern würde.

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